„Unsere größten Ängste sind die Drachen, die unsere größten Schätze bewachen.“ (Rainer Maria Rilke)
Um am gesellschaftlichen Leben teil zu nehmen, benötigt man heute ein Einkommen. Praktisch kein Mensch kann sich mehr selbst versorgen. Noch vor 200 Jahren arbeitete ein Großteil der Menschen v.a. selbstversorgerisch. Heutzutage leben wir in einer völligen Fremdversorgung, sind also aufeinander angewiesen und praktisch mit der ganzen Welt verbunden.
Die Wirtschaft ist so produktiv geworden, dass wir mehr Güter herstellen, als wir verbrauchen können. Es gelingt uns jedoch nur teilweise, den erzeugten Wohlstand angemessen zu verteilen, bzw. jedem Menschen auch nur einen Grundanteil daran zu ermöglichen. Wir produzieren immer mehr, gleichzeitig steigt jedoch die Zahl der Menschen, die über kein Erwerbseinkommen verfügen, weil sie ihren Arbeitsplatz verloren haben.
Schaut man in Krankenhäuser, Schulen, Alteneinrichtungen etc. mangelt es jedoch nirgends an sinnvollen Tätigkeiten! Viel wichtige Arbeit geschieht auch im Verborgenen, ohne dass die, die sie ausführen, dafür ein Einkommen erhalten (z.B. die Erziehung von Kindern).
Viele junge Menschen haben Angst, im Leben nicht genug zu haben, und richten die Entscheidung, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen, vor allem an ökonomischen Überlegungen aus: welcher Beruf ist sicher, wo verdiene ich genug Geld?
Diese Angst hindert Menschen daran, dass zu tun, was sie wirklich wollen.
„§1 GG: Die Würde des Menschen ist unantastbar“
Die Idee ist denkbar einfach: jeder Mensch sollte, unabhängig von dem, was er tut, ein Einkommen erhalten, dass ihm ein einfaches Leben in Würde ermöglicht.
Wer arbeiten geht, kann dadurch mehr Geld verdienen, aber niemand muss arbeiten.
Namibia - wer schreibt etwas? Bitte an dfm(at)ideenhochdrei(dot)org schicken...
Die Hauptkritik an der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens betrifft das Menschenbild: arbeiten Menschen auch, wenn sie nicht müssen, oder liegen sie dann für den Rest ihres Lebens am Strand? Können wir die Volkswirtschaftlich aufrechterhalten, und ist es nicht zu teuer, jedem Menschen ein Einkommen auszuzahlen?
Fakt ist, dass niemand vorhersagen kann, was passieren würde, wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe.
Fakt ist aber auch, dass, wer heute nicht arbeiten will, auch Wege findet, dies nicht zu tun. Und wer schon mal mit einem Menschen zusammengearbeitet hat, der eigentlich keine Lust hat zu arbeiten, der wird sich wünschen, dass Menschen nur noch das arbeiten, was sie sinnvoll finden.
Wer macht dann die „Dreckarbeit“? Gäbe es ein bedingungsloses Grundeinkommen, müssten Arbeiten, die niemand tun will, so bezahlt werden, dass sie jemand tut – oder automatisiert werden.
Im Rahmen unserer Jugend-Zukunfts-Radtour "Ideen erfahren 2010" haben wir ein Logistikzentrum von dm-drogerie markt besucht. Prof. Götz W. Werner erklärte den Teilnehmern der Tour die Grundidee des bedingungslosen Einkommens vor dem Hintergrund der aktuellen Gesellschaftssituation:
Ideen Erfahren - Tag 6 - Zukunft der Arbeit // dm Logistikzentrum inkl. Vortrag Götz Werner from Ideen³ e.V. on Vimeo.
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